Zwei Chöre, ein Ziel – unterwegs zum Deutschen Chorfest 2022


Mit zwei Jahren Verspätung fand in diesem Jahr nun endlich das lang ersehnte Deutsche Chorfest in Leipzig statt. Zwei Chöre aus der Metropolregion bereiteten sich lange darauf vor, sich selbst von ihrer besten Seite zu präsentieren.

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Gleichzeitig wuchs die Vorfreude auf eine gemeinsame Reise mit intensivem Genuss von Chormusik. Der gemischte Chor „la cappella“ vom Liederkranz 1903 Zellhausen gestalte ein romantisches Programm rund um Felix Mendelssohn Bartholdy. Seine „Lieder im Freien zu Singen“ wurden thematisch passend bei Wind und Sonnenschein im Clara-Zetkin-Park, umrahmt von Bäumen, erlebbar.

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Im Rahmen der Aufführung gab es noch ein ganz besonderes Highlight: Der Jugendchor der „Ars Antiqua“ Aschaffenburg - bis dahin Teil des Publikums – stimmte zum Ende des Auftritts mit ein und wurde mit la cappella zusammen ein stimmgewaltiger Klangkörper. Beide Chöre haben im Vorfeld bereits gemeinsam geprobt und die emotionale Atmosphäre gerade beim „Abschied vom Walde“ bewies einmal mehr, wie sehr das Singen verbindet.

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Der eigens dafür ins Leben gerufene Männerprojektchor „Kadmos“ aus dem Maintal Sängerbund 1858 e.V. präsentierte die wenig aufgeführte Motette „Verzweifle nicht im Schmerzenstal“ von Robert Schumann und die „Messe in B-Dur“ von Josef Gabriel Rheinberger. Begleitet wurden die Sänger von Stephan Adam an der Orgel der Michaeliskirche. Beide Chöre stehen unter der Leitung von Ralf Emge.

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Neben den eigenen Auftritten gab es auf unzähligen Bühnen im Stadtkern und dem nahen Umfeld einiges zu erleben: Über 500 Chöre und Ensembles gaben in rund 350 Konzerten Einblicke in unterschiedliche Chorliteratur aus verschiedenen Jahrhunderten. An insgesamt 50 Spielstätten wurde das ganze Klangspektrum der Chöre aus dem gesamten Bundesgebiet hörbar. Ein weiteres Highlight der Woche war ohne Zweifel das Mitsingkonzert zu Felix Mendelsohn Bartholdys „Paulus“ im Gewandhaus, bei dem sich das Publikum dem Unichor Leipzig in Begleitung des Orchesters „Leipziger Romantik“ anschließen durfte.

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Beim Schlendern durch die Stadt entstand das Gefühl, als bestünde ganz Leipzig aus Musik. Spontanauftritte der anwesenden Chöre in Fußgängerzonen, Passagen und in Parks luden immer wieder zum Mitsingen ein. In unzähligen gemeinsamen Erkundungen der Stadt, von Humor geprägten Erlebnissen, den abendlichen Singalongs auf dem Marktplatz und guten Gesprächen bei erfrischenden Getränken wuchs in den vier Tagen aus zwei Chören eine Gemeinschaft. Endlich war mal wieder möglich, was alle während der pandemiebedingten Auszeit schmerzlich vermisst hatten.

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